Spendenprojekt Erlöserkirchengrabung

Das aktuelle Spendenprojekt des Vereins ist die "Museale und touristische Erschließung der Altgrabung unter der Erlöserkirche in Jerusalem".

Die Projektgruppe in der GrabungDie Projektgruppe in der GrabungAm 3. März 2009 begann mit einem knapp dreiwöchigen Modul das Kooperationsprojekt des DEI mit dem Fachbereich Architektur und Städtebau / Fachrichtung Architektur, Restaurierung und Denkmalpflege der FH Plan Erlöserkirche Potsdam. Fünf Studierende entwickelten für die Ausgrabungsstätte unter der Erlöserkirche, die spektakuläre Erkenntnisse aus den 70er Jahren zur Frage des Standortes von Golgatha ermöglicht, eine Konzeption für einen Ausstellungsrundgang, die touristischen Erschließung, die baulichen Herrichtung der Altgrabung und die Einrichtung eines Museums im Kreuzgang.

Die Erlöserkirche in Jerusalem gehört zum herausragenden deutschen Kulturerbe im Ausland. Sie wurde auf Veranlassung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. zwischen 1893 und 1898 errichtet und 1898 in seiner Anwesenheit eingeweiht. Das beeindruckende Bauwerk ist auf den Fundamenten der Kreuzfahrerkirche Santa Maria Latina nahe der Grabeskirche erbaut. Die Erlöserkirche, heute Predigtstätte der „Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Deutscher Sprache zu Jerusalem“ und der arabisch-sprachigen Jerusalemer Gemeinde der „Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land“ (ELCJHL), wird heute allein vom Russischen Hospiz von der kreuzfahrerzeitlichen Anlage der Grabeskirche getrennt.

Bereits bei den Ausschachtungen zur Gründung der Kirche meinte man, die vom berühmten jüdischen Schriftsteller Josephus Flavius erwähnte „Zweite Mauer“, - die Stadtmauer aus der Zeit Jesu – gefunden zu haben. Das war ein Markstein für die stadtgeschichtliche Forschung an sich aber auch für die Lokalisierung des Ortes der Kreuzigung und der Grabeskirche: Denn seit fast zwei Jahrtausenden kommen christliche Pilger nach Jerusalem. Sie wollen wissen, inwieweit die Erinnerungslandschaft Jerusalem mit den historischen Fakten verbunden ist. Auf die sog. „Zweite Mauer“ wurde 1893 in einem symbolischen Akt der Grundstein der Erlöserkirche gesetzt.

Arbeiten in der GrabungArbeiten in der GrabungDas Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes führte zwischen 1970 und 1974 eine Grabung unter der Erlöserkirche durch. Dies war eine einmalige Chance, in dem für die historische Stadtentwicklung Jerusalems bedeutenden christlichen Viertel grundlegende archäologische Erkenntnisse zu gewinnen.

Die geplante „Museale und touristische Erschließung der Altgrabung unter der Erlöserkirche in Jerusalem“ mit einem unterirdischen Besucherleitsystem durch die bis zu 15 Meter tief gelegene Altgrabung, 3-D-Rekonstruktionen und einer Dauerausstellung im Kreuzgang soll die einmalige Möglichkeit eröffnen, im christlichen Viertel der Altstadt Jerusalems die historisch gewachsene Stadt in ihren unterschiedlichen Zeitschichten real zu begehen und dabei deren historische wie religionsgeschichtliche Bedeutung zu erschließen.

Der Förderverein für das Deutsche Evangelische Institut e.V. unterstützt das Deutsche Evangelische Institut bei Mitteleinwerbung und Realisierung des Projektes. Mit der Durchführung soll im nächsten Jahr begonnen werden.

Lassen Sie uns gemeinsam im nächsten Jahr anlässlich des 110-jährigen Bestehens des Deutschen Evangelischen Instituts den Start des Vorhabens feiern!